Die Keramikarbeit „Erdgeschichte“ ist aus weißem Ton gefertigt und mit Engoben differenziert ausgearbeitet. Die offene, schalenartige Form wird von reliefierten Strukturen umgeben, die an fossile Abdrücke, Ammoniten und geologische Formationen erinnern. Durch die Wiederholung spiraliger und segmentierter Elemente entsteht ein dichter, rhythmischer Aufbau entlang der gesamten Oberfläche.
Die Komposition verbindet Gefäßform und plastische Erzählung. Die Öffnungen zwischen den Elementen lassen den Innenraum sichtbar und schaffen eine durchbrochene Struktur, die Leichtigkeit und Tiefe zugleich erzeugt. Die äußere Hülle wirkt wie ein gewachsenes System aus Ablagerungen und Verdichtungen, das sich um den Raumkörper legt.
Die engobierte Oberfläche ist matt und zeigt erdige, nuancierte Farbtöne mit leichten Dunkelakzenten in Vertiefungen. Dadurch werden Relief und Struktur klar betont. Feine Bearbeitungsspuren und bewusste Unregelmäßigkeiten unterstützen die Anmutung natürlicher Prozesse wie Sedimentation und Erosion.
Inhaltlich verweist „Erdgeschichte“ auf geologische Zeiträume und organische Entwicklungsprozesse. Die Arbeit eignet sich als eigenständiges Objekt oder als funktionale, jedoch primär künstlerische Gefäßform in Innenräumen.