Diese keramische Skulptur aus schwarzem Ton gehört zu den frühen Arbeiten von Jutta Eger und zeigt eine aufstrebende, weibliche Büstenform mit stark vertikal ausgerichteter Komposition. Der Kopf ist leicht nach oben geneigt, wodurch eine gerichtete, suchende Haltung entsteht. Das nach oben geführte, spiralförmig ausgearbeitete Element verstärkt die Dynamik und bildet einen klaren formalen Abschluss.
Die Modellierung verbindet figurative Ansätze mit freier, plastischer Ausarbeitung. Gesichtszüge und Körper sind erkennbar, jedoch nicht vollständig ausgearbeitet. Dadurch entsteht eine Balance zwischen Ausdruck und Reduktion. Die Oberfläche ist lebhaft strukturiert und zeigt bewusste Spuren des Modellierprozesses.
Die Glasur arbeitet mit dunklen, erdigen und teils oxidativen Nuancen. In Kombination mit dem schwarzen Ton entsteht eine ausgeprägte Tiefenwirkung. Übergänge zwischen matten und leicht glänzenden Bereichen betonen die Reliefstruktur und reagieren sensibel auf Lichteinfall. Farbverläufe und Unregelmäßigkeiten sind integraler Bestandteil der gestalterischen Aussage.
Als frühe Arbeit dokumentiert die Skulptur einen experimentellen Zugang zu Form und Oberfläche. Sie eignet sich als eigenständiges Kunstobjekt oder als Referenz innerhalb einer Werkentwicklung.